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Freiwillige Feuerwehr Stadt Nittenau
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Hochwasser 2002

Hochwasser 2002

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Die Stadt Nittenau und umliegende Gebiete wurden in der Woche ab dem 12.08.2002 von einem katastrophalen Hochwasser heimgesucht. Die Rekord-Fluten der Jahre 1954 und 1993 wurden übertroffen, das Hochwasser hinterließ Schäden in Millionenhöhe und gefährdete die Existenz einiger Nittenauer Geschäftsleute.
Hier soll in chronologischer Form der Ablauf der Katastrophe dargestellt werden.

12.08.2002
19.00 Uhr:
Füllen von Sandsäcken und Abdichten von Gebäuden, da sicher ist, dass Hochwasser kommen wird, das Ausmaß aber noch nicht absehbar ist.

13.08.2002
08.00 Uhr:
Alarm für die Feuerwehren Nittenau und Bergham, da aufgrund hoher Pegelstände im flußaufwärts liegenden Cham bereits Katastrophenalarm ausgelöst wurde.

09.45 Uhr:
Beim Landratsamt Schwandorf wird der Katastrophenfall beantragt, die örtliche Einsatzleitung sollte dann Kreisbrandinspektor Günther Leberle übernehmen.

11.56 Uhr:
Der Katastrophenfall wird durch das Landratsamt Schwandorf bestätigt. Die UG-ÖEL trifft ein. Mittlerweile sind alle Feuerwehren des Stadtgebietes im Einsatz, nachgefordert wurden die FF Wackersdorf, der Ölsanimat der FF Bodenwöhr, FF Nabburg, THW Amberg-Sulzbach, THW Lauf, Wasserförderzug Oberköblitz, Wasserwacht-OG Nittenau, OG Burglengenfeld, OG Nabburg, OG Pfreimd, OG Teublitz, OG Schwandorf, Wasserwacht-SEG Schwandorf, BRK-Kreisverband Schwandorf / Betreuungsdienst, der Leitende Notarzt Dr. Kögler und der Energieversorger E.ON Bayern wegen teilweiser Stromabschaltung.
Um 12.40 Uhr beträgt der Pegelstand 4,68 m (normal sind etwa 1,20 m).
Um 14.15 Uhr zeigt der Pegel 4,84 m, um 15.06 Uhr sind es 4,94 m.

16.10 Uhr:
Nachalarmierung der FFs Erzhäuser und Pingarten.

16.29 Uhr:
KBR Siegfried Hammerer trifft ein.

17.04 Uhr:
Nachalarmierung der FFs Katzdorf, Taxöldern, Steinberg, Leonberg, Altenschwand, Neuenschwand, Bodenwöhr und Teublitz.

17.30 Uhr:
Begin der Evakuierung des Stadtteils Am Anger, Eintreffen der Wasserwacht-OGs Schwarzenfeld, Saltendorf und Bodenwöhr.

18.37 Uhr:
Nachalarmierung Wasserförderzug Pfreimd.

18.47 Uhr:
Eintreffen der Bundeswehr (48 Mann und vier Lkw mit gefüllten Sandsäcken), Eintreffen des THW Neumarkt. Derzeit sind ca. 650 Helfer im Einsatz.

20.08 Uhr:
Installation von Beleuchtung in den stromlosen Stadtteilen.

20.15 Uhr:
Verkehrsunfall mit Verletzten bei Muckenbach, First Responder Alarm.

20.23 Uhr:
Am Anger drohen 4000 Liter Heizöl auszulaufen, es wird eine 20m-Ölsperre eingezogen.

21.08 Uhr:
Die Ölsperre der FF Thanstein wird nachgefordert.

21.28 Uhr:
Alarmierung der Wasserwacht Amberg.

21.32 Uhr:
Nachalarmierung der FFs Meßnerskreith und Münchshofen.

21.40 Uhr:
THW Roding trifft ein.

22.25 Uhr:
Wassereinbruch im Gerätehaus der FF Nittenau.

22.28 Uhr:
Einsturzgefahr der Regenbrücke.

22.45 Uhr:
Nachalarmierung der FFs Neunburg und Oberviechtach.

14.08.2002
00.57 Uhr:
Der Scheitelpunkt des Hochwassers ist erreicht, am Pegel ist aber wegen Überflutung keine Ablesung mehr möglich. Der Wasserstand wird auf ca. 5,60 m geschätzt.
Zu diesem Zeitpunkt sind die komplette Innenstadt, der Ortsteil Am Anger und die Gemeindeteile Stefling, Entermainsbach und Muckenbach überflutet. Die 750 Einsatzkräfte haben bis dahin ca. 250 Einsatzstellen zu bewältigen.

02.25 Uhr:
Pegel fällt langsam, erste Einsatzkräfte rücken wieder ab.

08.59 Uhr:
Zur Ablösung werden folgende Feuerwehren alarmiert: FF Alberndorf, Rauberweiherhaus, Penting, Fuhrn, Teublitz, Büchelkühn und Schwandorf. Weitere Kräfte werden nach Hause geschickt.

10.22 Uhr:
Es sind noch ca. 540 Einsatzkräfte vor Ort. Der Pegel sinkt weiter.

12.00 Uhr:
E.ON stellt die Stromversorgung im gesamten Stadtgebiet wieder her.

12.30 Uhr:
Nachalarmierung der FF Steinberg.

14.00 Uhr:
Im Innenstadtbereich treten mehrere Ölschadensfälle auf. Laut Einsatzkräften eines überfliegenden Hubschraubers seien mehrere Ölschäden am Großen Regen von Walderbach bis Untermainsbach sichtbar.

15.03 Uhr:
Der Katastrophenfall wird aufgehoben.

In den folgenden zwei Tagen treten weitere Einsätze der Art "Keller auspumpen" und "Ölschadensbekämpfung" auf.

17.08.2002
Nicht mehr benötigte Sandsäcke (ca. 10000) werden gesammelt und auf Paletten verladen. Ein Konvoi aus 9 Lkws und zwei Begleitfahrzeugen der FFs Nittenau und Bergham wird zusammengestellt. Dieser bringt auf Anforderung des Landesfeuerwehrverbandes ca. 8500 Sandsäcke nach Dessau (Sachsen-Anhalt) ins dortige Hochwassergebiet.

Die Gesamtzahl der Einsätze in dieser Zeit beträgt ca. 300, wobei auch 23 First Responder Einsätze zu verzeichnen waren.

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